"für eine handvoll dollar" von sergio leone (1964) war nicht der erste italowestern. nein, den schuf giacomo puccini bereits 1910 mit seiner oper "la fanciulla del west". kein wunder, dass das publikum bei der uraufführung an der met in new york begeistert war, den amis zuliebe hatte puccini sogar ein happy end komponiert statt einen tragischen schluss wie sonst immer. minnie ist die gute seele im saloon "la polka", die ideale projektionsfigur für sämtliche männer, alle lieben minnie, vor allem der sheriff, doch sie liebt den falschen, einen gangster. trivial, aber effektvoll. an der staatsoper hamburg haben vincent boussard (regie) und vincent lemaire (bühne) daraus ganz grosses kino gemacht: goldgräberstimmung und gefühlsturbulenzen im grossformat. die inszenierung ist schon 10 jahre alt, die originalbesetzung längst entschwunden, doch wie die genretypischen motive und klischees lustvoll umspielt und weitergedacht werden, das hat's in sich, nach wie vor. zumal der kurzfristig eingesprungene dirigent francesco ivan ciampa mit dem philharmonischen staatsorchester den perfekten soundtrack liefert, dramatische aufwallungen und subtile nuancen. das schafft viel platz für sorgfältige charakterisierung der vielen figuren, für die fragilen seiten der harten jungs. im zentrum aber natürlich anna pirozzi, ein sopran mit viel strahlkraft, eine minnie mit gutem gespür für die spiele und nöte all der männer, dafür unsicher bei der suche nach sich selber. stimmgewaltig auch gregory kunde als gangster ramerrez, mit 71 aber doch recht angejahrt als liebhaber. caruso, der die rolle bei der uraufführung sang, war damals 37.
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