„der mann mit dem gedächtnis“ ist meine lieblingsgeschichte von peter bichsel. der mann kennt den ganzen fahrplan auswendig, am bahnhof hilft er allen weiter. doch dann wird ein auskunftsbüro eröffnet, der mann wird überflüssig und säuerlich. und was macht er? „er ging jetzt in der stadt von haus zu haus und zählte die treppenstufen und merkte sie sich, und er wusste jetzt zahlen, die in keinem buch der welt stehen.“ er wollte etwas wissen, „was kein beamter in büchern nachlesen kann“. nur sieben schmale seiten, aber alles drin: die zeiten, die sich ändern, abschied vom alten, aufbruch zum neuen, wiedererwachte lebenslust. diese geschichte lieferte den stoff für meinen ersten spielfilm. gedreht im sommer 1977 auf dem pittoresken bahnhof von cavaglia, ganz oben im valposchiavo. in der hauptrolle bruno – nein, nicht bruno ganz – affentranger. der film dauert exakt so lang wie bichsels geschichte: 6 minuten und 51 sekunden. eine einzige kopie. seit jahren verschollen. und nun ist auch bichsel weg. man wird sich immer gerne und mit respekt erinnern. an bichsel. nicht an den film.
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