das „theater der veteranen“ ist kein seniorentheater. das „theater der veteranen“ ist ein projekt mit ukrainischen kriegsveteraninnen und -veteranen. im gleichnamigen dokumentarfilm von yuliia bolshynska begegnen wir menschen mit von bomben, bränden und schüssen versehrten körpern. wir sehen ihre völlig entstellten gesichter, wir sehen, dass ihnen arme oder beine fehlen, alles in grossaufnahme, alles frontal. man muss das aushalten, man soll das aushalten. schaut hin, sagt dieser film, so ist der krieg, so sehen menschen aus, die den krieg nur knapp überlebt haben. ihre traumata verarbeiten sie im „theater der veteranen“, sie finden zusammen, mühsam nur, denn krieg macht einsam, man will sich nicht einer gruppe aussetzen, doch sie bleiben dran, überwinden sich immer und immer wieder, proben die „enejida“, die geschichte von aeneas und seinen irrfahrten nach der flucht aus dem brennenden troja. sie tanzen, so gut das eben möglich ist, sie sprechen und singen, so gut das geht, sie schreien sich die schmerzen vom leib – aeneas´ pforte zur hölle kennen sie aus eigener erfahrung. das theater hilft ihnen dabei, ins leben zurückzukehren. in den proberäumen seien mitwirkende häufig von phantomschmerzen gequält worden, erzählt die regisseurin, bei den aufführungen im theater blieben diese ganz aus: „die bühne ist magie, sie heilt.“ aus dem schmerz entwickelt sich neue energie, eindrücklich, überwältigend. immer wieder schnitt ins publikum im jungen theater in kyjiw, immer wieder tränen. „theater der veteranen“ wurde beim cine paris film festival als bester dokumentarfilm ausgezeichnet und jetzt im rahmen des ukrainischen theaterfestivals soloway in münchen gezeigt. „culture vs war“ steht mit grossen buchstaben im vorspann, mit kultur gegen den krieg. diesem film geht es nicht um mitleid, sondern um die kraft der gemeinschaft und die kraft der kultur. dank dem theater haben diese schwer gezeichneten kriegsveteranen wieder eine sprache gefunden.