zum grossen finale humpelt trump über die bühne, mit einem mini-pimmel (der ja die ursache allen übels sein dürfte), dazu singt der chor „penis dimension“ und schenkt ihm einen richtig grossen, hui wie er sich freut – und dann wird trump in einer bio-tonne entsorgt. ok, das ist politisch eher unkorrekt, doch politisch korrekt wollte auch frank zappa, die amerikanische rock-ikone, zuallerletzt sein. in einer rauschhaft-überbordenden inszenierung von daniel kramer zeigt das grand théâtre de genève jetzt zappas „200 motels“ von 1970/71, das musikalisch-theatralische tagebuch einer tournee („touring can make you crazy“, heisst eine nummer). seine band „the mothers of invention“ zieht von stadt zu stadt, von exzess zu exzess, von delirium zu delirium. diese band hat die genfer oper mit robin adams, peter hoare, edward hogg und ziad nehme fulminant besetzt, ein auf höchstem niveau durchgeknalltes quartett. grandios arbeiten sich die vier durch das chaotische labyrinth von geschichten und figuren, grandios bewältigen sie die enorme musikalische palette, balladeskes und brutales, hard und soft rock, zeitgenössische oper, beatles-parodie. diesen soundtrack des wahnsinns mixt der wohl vielseitigste schweizer dirigent titus engel mit dem orchestre de la suisse romande, dem impro-trio steamboat switzerland und acht (!!) perkussionisten, ja, ohrstöpsel werden reichlich verteilt. dazu kommt eine prächtige orgie absurd-schräger kostüme (shalva nikvashvili) und wildester video-kreationen (sophie lux). nichts, wirklich gar nichts wird in diesem update von „200 motels“ ausgelassen: miss piggy und jesus, ketchup und sperma, ein blutiges ku-klux-klan-ballett und ein perverser wrestling-kampf. frank zappa erlebte auf seinen tourneen the dark side of america und wollte seinem land den spiegel vorhalten. diese abrechnung packt sich die genfer oper jetzt im richtigen moment, zeigt uns die usa als toxisches konzentrat und liefert den ultimativen beweis: mit diesem land ist einiges schief gelaufen.
nebenbei: das ist der 1000. text in diesem blog. und ein weilchen geht’s noch weiter.