Donnerstag, 12. März 2026

HOLLYWOOD: GOETHE WUSSTE ES BESSER.....

ist ihnen auch schon mal aufgefallen, dass die kinofilme immer länger werden? früher sass man eineinhalb stunden im kino, bei einem richtig guten film gerne auch mal zwei. heute sind zweieinhalb und drei stunden schon fast die regel („killers of the flower moon“ 206 minuten, „oppenheimer“ 180 minuten, „marty supreme“ 149 minuten, „the brutalist“ 215 minuten). das ist nicht immer ein vergnügen. goethe ging nicht ins kino, doch bereits er wusste: „getretener quark wird breit, nicht stark.“ besser werden die langen filme meistens nicht, dafür fürs publikum teurer: viele kinos verlangen in solchen fällen höhere eintrittspreise – „wegen überlänge“. überlänge, was für ein treffendes wort, eine warnung bereits an der kinokasse. die filmbranche darbt, also wird alles versucht, damit der rubel trotzdem rollt. die kohle also ist das motiv. die branche führt natürlich ganz andere gründe an. erstens: früher habe das analoge filmmaterial, spulen und so, halt zeitliche grenzen gesetzt (ach, wie war das denn gleich mit „ben hur“?). zweitens: das publikum sei durch die streamingserien an epische erzählweisen gewohnt (die allerdings dort ja eben portioniert gezeigt werden). drittens: man könne bei langen filmen komplexe welten besser erklären und charakteren mehr tiefe verleihen (ein echt edles motiv). viertens: die chance für oscars und andere prestigeträchtige preise steige, da eine längere filmdauer mit höherem künstlerischen anspruch assoziert werde (danke, ki, für die mithilfe). möglicherweise vertreibt die filmbranche so aber im gegenteil auch noch all jene, die dem kino bis jetzt trotz netflix die treue hielten. „überlänge“ wird zur einladung, vielleicht doch besser zuhause zu bleiben und wieder mal die „rocky horror picture show“ zu streamen (98 minuten, geht doch) – oder, wenn´s denn wirklich episch sein muss, einen fünfstündigen wagner in der oper zu buchen.

 

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