kein schwein geht mehr in die oper. okay, timothée chalamet („wonka“, „marty supreme“) formulierte es ein bisschen anständiger und trotzdem wurde und wird er für diese aussage massiv beshitstormt – und sie hat ihn möglicherweise jetzt sogar seinen ersten oscar gekostet. dabei hat der junge mann gar nicht unrecht, zumindest was die u50 betrifft; die sucht man (ausnahme „zauberflöte“) in den opernhäusern tatsächlich oft vergebens. dabei könnten all die, denen die zukunft noch bevorsteht, sich einiges abgucken bei der oper. sally du randt aus südafrika singt bei „un ballo in maschera“ am staatstheater augsburg die amelia, kate allen aus irland die ulrica, olena sloia aus rumänien den oscar, max jota aus brasilien den riccardo, wiard witholt aus den niederlanden den renato, avtandil kaspeli aus georgien den tom und am pult steht ivan demidov, ein dirigent aus usbekistan. am luzerner theater gehören eine brasilianerin, eine isländerin, eine spanierin, ein ukrainer zum kernensemble, der chefdirigent kommt aus england. und meine persönlichen allzeit-favoriten auf den opernbühnen sind eine aserbaidschanerin und ein libanese. menschen aus x nationen arbeiten da also intensiv zusammen. oper ist eine hochkomplexe angelegenheit – und die kriegen das hin. total unterschiedliche sprachen und total unterschiedliche mentalitäten geraten während den proben und auf der bühne aneinander – und sie kriegen das hin, abend für abend, das ist internationale teamarbeit über alle grenzen und schwierigkeiten hinweg. oper ist gelungene globalisierung. vorbildlich. die menschheit kann hier viel lernen.
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