vampi und bampi und der weltuntergang: so geht oper 2026. sylvie rohrer spielt literaturnobelpreisträgerin elfriede jelinek als vampi, ruth rosenfeld spielt die komponistin olga neuwirth als bampi, zwei "vampiretten", die sich - wie statler und waldorf in der muppet show - aus distanz die welt begucken und schnell checken: the end is near, monster regieren, wärmetod des universums. "monster's paradise" haben die widerständigen künstlerinnenfreundinnen neuwirth und jelinek für die staatsoper hamburg geschrieben, ein genial abgründiges werk, absurd und dunkel. intendant tobias kratzer inszeniert die uraufführung dieser "grand guignol opéra", kasperltheater für erwachsene also, mit allem drum und dran, trash und crash und grusel: ein höllenritt zwischen oval-office-kitsch, brennenden wäldern, zerbombten häusern und einer utopischen insel. die einen monster sind völlig durchgeknallt, die anderen müde. gorgonzilla, der die welt retten will, frisst trump ("die heilige einfaltigkeit") und verschluckt sich dabei. immer wieder schaltet sich die grosse charlotte rampling per video als göttin mahnend ein - und verhallt ungehört. die hochkomplexe partitur mit üppig dröhnendem schlagwerk, dissonanten bläsersätzen und elektronisch verfremdeten stimmen entfaltet dank dem meisterhaften dirigat von titus engel einen unheimlichen sog. auf einem massiv verstimmten bösendorfer-flügel, der übers meer treibt, in dem gerade die elbphilharmonie versinkt, klimpern vampi und bampi am ende vierhändig schuberts f-moll-fantasie, völlig entstellt, das chaos klimpert dem allerletzten sonnenuntergang entgegen. die welt entgleitet und entgleist und wir sitzen im parkett und schauen zu. eine horror-komödie ohne hoffnung.
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