6500 werke bedeutender fotografinnen und fotografen aus der ganzen welt umfasst die walther collection, ein phantastischer schatz. und der wandert demnächst als schenkung ans metropolitan museum of art in new york. letzte gelegenheit, eine eindrückliche auswahl davon noch einmal in europa zu sehen, bieten noch bis ende april die deichtorhallen in hamburg. „into the unseen“ zeigt sowohl zeitgenössische wie auch historische aufnahmen, häufig alltägliche situationen, tanzende menschen, wartende menschen, menschen von hinten, nebel, überschwemmungen – und sie will uns bewusst machen, was wir nicht sehen. was verbirgt sich hinter dem gesehenen? worauf warten diese menschen? warum diese überschwemmung? diese bilder spielen ganz gezielt mit unserer phantasie: das unsichtbare, das ungesehene, das verborgene, das unscharfe, das verdrängte, das ambivalente, das abwesende, das dunkle, das vielschichtige, das verschwommene – was macht das mit uns? wie gehen wir damit um? oder haben wir in der bilderflut, in der wir täglich versinken, verlernt, genau hinzusehen und über die bilder hinauszudenken? die ausstellung zitiert in diesem zusammenhang den indischen schriftsteller amitav gosh, der die fortschreitende umweltzerstörung dem umstand zuschreibt, dass unsere kolletive vorstellungskraft schwierigkeiten hat, langfristige effekte zu begreifen, er bezeichnet die klimakrise deshalb auch als eine „krise der imagination“. wir müssen wieder lernen, nicht nur über das gesehene nachzudenken, sondern auch über das, was wir nicht oder noch nicht sehen.
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