die wirkung ist phänomenal: je nach licht und blickwinkel schimmern die einschlüsse im stein hellblau, türkis, silbrig, grün-grau oder petrolfarben. der grobfleckige granit stammt aus einem norwegischen steinbruch direkt am meer und der aussergewöhnliche optische effekt entsteht durch feldspatkristalle mit einem hohen anteil an labradorit. können sie sich nicht vorstellen? tönt zu geologisch? dann sollten sie zum maria-nindl-platz in münchen-oberföhring fahren. dort realisierten die schweizer künstlerin judith albert und ihr kongenialer partner gery hofer aus diesem labrador-emerald-pearl-granit (so heisst er ganz offiziell) eine chesterfield-sitzgruppe, frei zugänglich, prominent platziert auf dem zentralen platz in diesem neuen quartier. hoch über dem sofa und den sesseln hängt eine riesige mondkugel, die in der dämmerung leuchtet. das ganze nennt sich „salon der gezeiten“, denn rund um das chesterfield-ensemble steigt das wasser in einer unregelmässigen regelmässigkeit rund 15 zentimeter hoch und dann versickert und verdunstet es langsam wieder, ebbe und flut en miniature. wer hier sitzt, kann also auch mal nasse füsse bekommen. das miteinander von öffentlichem raum, kunst, natur und licht wird hier zu einem heiteren wasserspiel, originell, witzig, magisch. kein wunder, erweist sich dieser „salon der gezeiten“ bereits als absoluter hotspot im quartier, den sich die kinder lustvoll erobern und der erwachsene gleichermassen erfreut und staunen lässt. dem studio judith albert ist in münchen ein echter volltreffer gelungen.
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