es muss nicht immer oper sein. es kann nicht immer oper sein. denkt man sich und geht zu jovanotti. ausverkaufte arena am tollwood-festival in münchen. und dann dies: noch bevor er mit seinem pura-vida-cap die bühne betritt, gibt´s als intro – ohrenbetäubend – oper. „libiamo, libiamo…..“, der trinklied-ohrwurm aus verdis „la traviata“, pavarotti aus vollen rohren, viva l’italia, das publikum johlt bereits. oper, rap, jazz, hip-hop, pop, italo-kitsch, jovanotti ist eine art bamix-musiker. doch resultiert bei ihm kein undefinierbares gebräu, sondern ein vielseitig belebendes musikalisches feuerwerk. kommt dazu, dass er seit seinem debut-album "jovanotti for president" (1988) der philosoph ist unter den italienischen stars: er singt nicht von den belle ragazze, nicht von amore und spiaggia und sole und gelati, er singt von der dankbarkeit in einer partnerschaft, von der kraft positiven denkens, vom vertrauen als grundlage für alles und vom „sentimento oceanico“, das ist sein mantra für die hoffnung, immer wieder grenzen zu überwinden und dadurch mehr freiheit zu gewinnen, freiheit für alle. inhaltlich unterscheiden sich diese songs nicht von einer guten predigt, doch jovanotti (auch schon 60 und authentisch wie eh und je), seine zehnköpfige power-band und sein multiethnisches backing-trio machen daraus einen mitreissenden musikalischen marathon, der die tollwood-arena zum kochen bringt. münchen bestätigt einmal mehr seinen ruf als nördlichste stadt italiens, tausende singen mit und tanzen und küssen sich, pura vida. zwei stunden jovanotti live ersetzen mehrere energy-drinks.
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