wenn
sie kino mögen, mögen sie auch diese ausstellung. unter dem titel „cinéma mon
amour – kino in der kunst“ zeigt das aargauer kunsthaus in zusammenarbeit mit den
solothurner filmtagen, wie filme, filmsequenzen und das filmhandwerk im
allgemeinen künstlerinnen und künstler immer wieder inspirieren. fetzen aus
thrillern, fetzen aus western, aus stummfilmen, die fratze von jack nicholson,
der heulende dustin hoffman, bollywood-casting, popcorn-geraschel, geniale
schlusseinstellungen: nichts ist sicher vor ihnen, alles wird geplündert und auf
bildern, in videos und installationen lustvollstens zitiert und recycliert und
kommentiert und variiert. kino ist leben und, daran lässt diese ausstellung
keinen zweifel, die kunst bedient sich an derselben theke. das hat, zugegeben,
manchmal etwas beliebiges und unübersichtliches, ist aber von a bis z
kurzweilig und anregend und es lohnt sich, für den rundgang reichlich zeit zu
reservieren. für den letzten raum haben sich die kuratorinnen was besonders hübsches
ausgedacht: „the end“ von mark wallinger (2006). der 35mm-film ist ein einziger
abspann, pfundig grundiert mit dem donauwalzer von johann strauss und genau so
lang wie dieser, 11 minuten 40 sekunden. rund 1900 namen klettern in dieser
zeit die leinwand hoch, shallun, col-hozeh, azbuk, bavai, zalaph, mehetabeel,
nahamani, mispereth, 1900 namen weiss auf schwarz, nichts anderes - eine
liebevolle hommage an all die zahllosen abspanne (und die zahllos darin
aufgeführten), die rund um den globus unbesehen in die leere von kinosälen
flimmern, und ein dankeschön der kunst ans kino.
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