ist das normal? er hat diesen mai in
moskau gespielt (am 2.), in madrid (5.), in warschau (7.), in tel aviv (13.),
in schwetzingen (18.), in prag (19.), in berlin (22.), in münchen (23.), in
bergamo (25.) und zum schluss jetzt noch zwei konzerte in luzern (28. und 30.).
ist das gesund? wer den 23jährigen ausnahmepianisten daniil trifonov mit
rachmaninoffs erstem klavierkonzert im kkl erlebt hat (und beim cd-signieren
nach dem konzert), wird bestätigen: man muss sich keine sorgen machen um den
jungen mann aus nizhny novgorod. andererseits: erklären kann man sich das auch
nicht, was man da sieht und hört („eines der unbegreiflichsten klaviertalente
der letzten jahrzehnte“, staunte auch die sz). wie ein völlig entfesselter
wichtel zuckt und pflügt er sich durch das stürmische notenmaterial und
modelliert und moduliert daraus phänomenale klangwelten. gelegentlich steht bei
diesem vollen körpereinsatz zu befürchten, dass ihm die nase zwischen zwei
tasten gerät oder die langen haare in die saiten. wie er diesen rachmaninoff
richtiggehend rausfiebert, wächst die vermutung, dass trifonov die tasten gar nicht
anschlagen muss, sondern dass ihm die tonfluten gleichsam durch arme und finger
gleiten oder rasen und nach draussen drängen - und er dann nur noch
gewährleisten muss, dass sich die akustischen explosionen im richtigen moment
ereignen. das hat schon was tendenziell überirdisches.
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